Keber Tepe 2015

Ziel der Arbeiten des Jahres 2015 war es, Einblicke in die Wohnbebauung der Stadt und das Alltagsleben ihrer antiken Bewohner zu erlangen. Zu diesem Zweck wurde damit begonnen, am Südhang des Stadthügels zu graben. Zuvor war das Gelände geophysikalisch untersucht worden.

Der Hang weist starkes Gefälle auf, so dass die antike und spätantike Bebauung auf Terrassen angelegt werden musste. Zur Untersuchung des oberen Hangbereichs wurde ein 22 m x 2 m großer Suchschnitt angelegt. Dort wurden Ausschnitte von zwei bebauten Terrassen freigelegt. In einem Abstand von 20 m durchqueren parallel zueinander zwei Abwasserkanäle den Suchschnitt.

Im oberen Abschnitt sind zudem Teile eines Gebäudes der frühbyzantinischen Zeit freigelegt worden. Die Mauern stehen noch bis zu 1 m hoch an und sind aus Spolien und Bruchsteinen errichtet worden. Teile zweier Räume wurden angeschnitten. Starke Brandschuttschichten mit zahlreichen Dachziegeln weisen auf eine Zerstörung des Baus durch Feuer hin. Keramikfunde datieren die Zerstörung ins 6./7. Jh. n. Chr. Der Fußboden besteht aus Stampflehm. Auf und im Fußboden sind ca. 150 Eisenobjekte entdeckt worden, darunter Schlösser, Schlüssel, Werkzeuge und Waffen, Nägel und Beschläge.

Unterhalb des Suchschnitts ist eine weitere Fläche ausgegraben worden, die insgesamt 110 m2 umfasst. Dabei wurde ein Ausschnitt einer prächtigen Villa mit sehr schönen Mosaikböden freigelegt. Erfasst wurde im Norden ein schmaler Raum, der nach Süden durch eine Quadermauer begrenzt wird. Nach Norden – gegen den Hang – ist er zum Teil aus dem anstehenden Fels geschlagen worden. Mittig im Raum befindet sich eine nicht verfüllte ca. 6 m tiefe Zisterne. Mehr als 25 großformatige Quaderblöcke in Sturzlage bedeckten den Boden des Raumes, was Resultat eines Erdbebens gewesen zu sein scheint, das den gesamten Bau zerstörte. Östlich der Zisterne verlief eine Mauer, die den Raum nach Osten abgrenzte. Die Mauer ist wohl durch eine Raubgrabung weitgehend zerstört. Ebenfalls fast vollständig zerstört ist ein geometrisches Mosaik, das den Boden hinter der Mauer bedeckte.

Südlich des Korridors schließt sich ein mindestens 10 x 10 m großer Bereich an, der vollständig von einem qualitätvollen Mosaik bedeckt wird. Es ist in quadratische Felder gegliedert, die wechselnde geometrische Motive zeigen. Das Mosaik ist vergleichbar mit Mosaiken des späteren 4. Jh. n. Chr. aus Antakya. Der Bereich ist im Norden und Süden von einer Säulenstellung umgeben. Im Norden sind der Stylobat und vier Basen erfasst worden. Zwei der Säulen und zwei Architrave wurden zudem noch in Sturzlage aufgefunden. Von den Kapitellen ist nur eines noch weitgehend intakt, es konnten aber darüber hinaus Kapitellfragmente in großer Zahl geborgen werden. Im Süden ist der Stylobat nur noch partiell erhalten. Lediglich eine Basis steht noch in situ. Das liegt an dem Geländeverlauf, der nach Süden abfällt. Daher nimmt der Bodenauftrag stetig ab. Das hat auch zur Folge, dass das Mosaik nach Süden hin deutlich schlechter erhalten ist. Vor allem Wurzeln haben hier großen Schaden angerichtet. Ganz im Süden des Schnittes ist hinter der Säulenstellung ein weiterer schmaler Raum zu fassen, der ebenfalls von einem geometrischen Mosaik bedeckt war, von dem nur noch geringe Reste erhalten sind. Hier zeigt sich, dass unter dem Mosaikboden das Mörtelbett eines älteren Bodens liegt. Ebenfalls sind hier verschiedene Dränageleitungen erfasst worden.