Doliche - Forschungsgeschichte
Obwohl in der antiken Literatur kaum erwähnt, ist Doliche als Heimat des Iupiter Dolichenus ein Ort von überregionaler bedeutung. Trotz der Rolle Doliches in der römischen Religionsgeschichte hat die Forschung dem Ort zunächst kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Erst der bedeutende belgische Forscher F. Cumont hat die Ruinen Doliches im Jahr 1907 besucht, zum ersten Mal beschrieben und auch das Heiligtum des Iupiter Dolichenus auf dem Dülük Baba Tepesi lokalisiert. Die bescheidenen obertägig sichtbaren antiken Spuren weckten jedoch nur wenig Interesse.
In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts rückte dann durch die Ausgrabungen Bostancis am Westabhang des Keber Tepe die Rolle dieses Ortes als palaeolithischer Fundplatz in den Vordergrund. Erst die Arbeiten J. Wagners in den Jahre 1975 und 1979 konnten das Wissen sowohl über das Stadtgebiet des antiken Doliche als auch über das Areal des Heiligtums auf dem Dülük Baba Tepesi beträchtlich erweitern. Es folgten Arbeiten R. Ergecs zu den ausgedehnten Nekropolen der Stadt.
Die Entdeckung zweier Mithräen am Fuße des Keber Tepe in den Jahren 1997 und 1998 leitete dann den Beginn systematischer historisch-topographischer und archäologischer Untersuchungen in Doliche ein. Die von der Forschungsstelle Asia Minor durchgeführten Grabungen in den Mithräen dauerten bis 2000 an, danach begann die Arbeit im Heiligtum des Iupiter Dolichenus auf dem Dülük Baba Tepesi.

